Hätte der siebte Lauf der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft ausnahmsweise nur dreieinhalb Stunden gedauert, Matthias Holle wäre mit dem Ergebnis hoch zufrieden gewesen. Zu diesem Zeitpunkt waren noch alle vier Hondas von Mathol Racing im Rennen, der S2000GT dabei sogar auf Platz zwei liegend, stetig am Vorsprung der Führenden knabbernd. Doch die Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife gehen nun mal über vier Stunden, 30 Minuten zu lang.
Als erster beendete Scott Preacher das Rennen. Der Gastfahrer sollte eigentlich beim befreundeten Team Kissling Motorsport an den Start gehen, doch ein Unfall am Freitag beendete der Einsatz der Corvette, bevor er begonnen hatte. „Unser Civic war frei, weshalb wir Kissling sofort angeboten haben, dass Scott bei uns fahren darf“, erklärte Matthias Holle. Preacher nutzte den Lauf als reine Trainingseinheit und für ihn war es eine Frage der Ehre, frühzeitig in der Box stehen zu bleiben. „Er hat mir gesagt, dass er die Zielflagge sehen will, wenn er auch ernsthaft Gas gegeben hat“, Matthias Holle zollte der Ehre des Fahrers Respekt.
Positiv überrascht war er auch von AGON Motorsport: „Der Jörn ist einer der wenigen, die noch die Eier in der Hose haben, sich bei einem Fehler zu entschuldigen.“ Das war passiert: Bei einem Überholmanöver des AGON-Porsche im Streckenabschnitt Galgenkopf, hatte der Zuffenhausener den Honda Civic von Sebastian Schäfer und Lutz Rühl leicht touchiert. Rühl am Steuer des Mathol-Renners hatte keine Chance mehr und flog brutal von der Piste ab. „Das Auto ist stark beschädigt, aber Lutz soweit unverletzt“, sagte Holle später. AGON-Teamchef Jörn Schmidt-Staade suchte sofort nach Rennende die Box von Mathol-Racing auf und bat um Entschuldigung. „Das ändert zwar nichts am Ergebnis, aber zeugt von Anstand“, sagte Holle. Positiv beim Einsatz des Civic: Schäfer fuhr mit 10:22.727 Minuten eine neue persönliche Bestzeit.
Der Unfall war nicht das einzige Ärgernis des Wochenendes. Am Flagschiff von Mathol-Racing, dem Honda S2000GT, war über Nacht bei geschlossener Motorhaube ein Kabel abgerissen. „Ich bin mir sicher, dass dieser Schaden nicht durch einen Mechanikerfehler bei der Arbeit entstanden ist“, wer mitten in der Nacht das Kabel abgerissen hat, konnte nicht mehr geklärt werden. Dem Team blieb nur die Möglichkeit den Schaden provisorisch zu reparieren. Durch die üblichen Vibrationen während des Rennens brach die geflickte Stelle wieder auf und der S2000GT musste etwa 30 Minuten vor Ende die Segel streichen. Zu diesem Zeitpunkt war Wolfgang Weber dabei, auf Rang zwei liegend, die führende Kissling-Mannschaft einzuholen.
Zufriedene Gesichter zeigten dagegen Roger Sandberger, Erik Steinbraten und Sveinung Tinnes-Mork. Die drei Norweger schlagen sich bisher ordentlich. Mit Rang fünf und einem fehlerfreien Rennen war auch Matthias Holle glücklich. |